Wenn es draußen kälter wird…

Wenn ich aus dem Fenster schaue, möchte ich lieber gleich wieder die Vorhänge vorziehen. Regen, Sturm, Dunkelheit – die Tage sind teilweise wirklich alles andere als schön. Trotzdem ist momentan eine wichtige Zeit im – nennen wir es mal „Fliederkalender“. Denn gerade jetzt in der Schmuddelzeit ist der ideale Zeitpunkt, um neue Flieder „in die Erde“ zu bringen. In der kalten Jahreszeit haben Fliederpflanzen Zeit, ein ordentliches Wurzelwerk zu bilden und sich gleichzeitig an die neue Umgebung zu gewöhnen. Denn dass Flieder längst nicht immer bereits im ersten Jahr nach einer Verpflanzung Blüten ausbringt, ist leider nicht ungewöhnlich.

Frostschutz im Garten

Grundsätzlich haben Fliederpflanzen eine hohe Frosttoleranz. Ich hatte es ja hier in diesem Blog schon einmal geschrieben: Es gibt sogar Sorten, die problemlos in Sibirien gedeihen! Ab der 3,5-Liter-Größe, wie wir sie bei uns als kleinste Größe im Shop haben, sind deswegen viele der folgenden Maßnahmen nicht nötig. Gerade junge Flieder, zum Beispiel in der Tb9er-Größe, sind jedoch, genau wie andere Stauden und Gehölze auch, in den ersten Jahren für ein wenig Winterschutz sehr dankbar. Dabei können Sie Methoden anwenden, die Sie möglicherweise schon vom Rosenschutz für kalte Tage kennen: Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Pflanzen zehn bis 15 Zentimeter hoch mit Laub, lockerer Lauberde oder Gartenkompost anzuhäufeln. Herausschauende dünne Triebe können mit Nadelreisig abgedeckt werden. Wenn wir eher von jungen Bäumen reden, wäre ein Umwickeln mit Schilfrohrmatten eine gute Möglichkeit, die Stämme vor Frost zu schützen.

 

Zum Vergleich: Links sehen Sie einen 3,5-Liter-Flieder der Sorte „Nadezhda“, rechts die selbe Pflanze in der kleineren Tb9er-Größe.

Das Ganze mag vielleicht nicht besonders ordentlich aussehen. Wenn es um Winterfestigkeit geht, heiligt jedoch ganz klar der Zweck die Mittel. Im Übrigen nicht ausschließlich, damit es den Pflanzen in Ihrem Garten gut geht. Es kann ihnen nicht schaden, wenn Sie Stängel oder Blütenstände stehen lassen. Aber an anderer Stelle ist es sehr nützlich: Denn dort überwintern gerne die Larven verschiedenster Insekten. Eine ideale Ergänzung für den Speiseplan im Winter leicht darbender Vögel, oder? Wenn übrigens der Frost erst einmal so richtig da ist, haben Sie in den Resten wieder eine tolle Gartendekoration. Mit Raureif überzogene Blütenstände zum Beispiel sehen wirklich toll aus!

Ein Winterbild aus meinem Fliedergarten: Wie Sie sehen, macht die Kälte den Pflanzen wenig aus – und schön anzuschauen ist es auch.

Winterfeste Kübelpflanzen

Ein wenig mehr Pflege und Einsatz verlangen Kübelpflanzen, selbst dann, wenn sie im ausgepflanzten Zustand eigentlich sehr frosthart sind. Kübel frieren bei entsprechenden Temperaturen recht schnell ein, was sich bei stärkerem Frost direkt auf das Wurzelwerk auswirken und es beschädigen kann. Vor allem immergrüne Pflanzen bekommen außerdem ein Problem, wenn durch eingefrorene Kübel und Wurzelballen die Wasserzufuhr unterbrochen wird. Eine gute Idee, um Kübelpflanzen über den Winter zu bringen, wenn sie nicht gleichzeitig ins Haus geholt werden sollen, wäre zum Beispiel, die Kübel etwa zehn Zentimeter dick in eine Isolierschicht aus Kokosfasermatten, Jute oder Sackleinen einzuwickeln. Ein Einfrieren des Kübels und der Wurzeln werden Sie so zwar wahrscheinlich nicht verhindern. Es dauert jedoch länger, so dass beide beim Einfrieren ein Stück weit geschont werden. Um zusätzlichen Schutz zu erzeugen, können Sie außerdem die Erdoberfläche mit Reisig abdecken. Dann kann die wirklich kalte Jahreszeit auch kommen…

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