Syringa vulgaris Montaigne

Eine Inspiration für die Sinne

Man ist ja gerne geneigt, zu glauben, dass das Mittelalter wenige bis gar keine großen Denker hervorgebracht hat. Immerhin war der durchschnittliche Lebensstandard damals in West- und Mitteleuropa nicht allzu hoch. Große Teile der Bevölkerung mussten sich darauf konzentrieren, zu überleben. In Friedenzeiten genauso, wie in den immer wieder ausbrechenden Streitigkeiten und Kriegen zwischen Grundbesitzern.

Dass es nicht ganz so war, zeigt das Beispiel des französischen Schriftstellers Michel de Montaigne. Montaigne war ein in der Zeit von 1533-1592 lebender Autodidakt, ein Landadeliger, der sich seine Kunst selbst beigebracht hat. Und dabei eine Literaturgattung erfand, die auch heute noch große Beachtung findet: Die von ihm sogenannten „Versuche“ – oder auf Französisch: „Essay“. Aufgrund seines auf dem Land oftmals einsamen Daseins schrieb Montaigne seine Texte und Gedanken auf, als sei das Blatt vor ihm sein Gegenüber. Er schrieb also das auf, was ihm in den Sinn kam, wie, wenn er es einem Freund mitteilte. Kommt Ihnen die Technik genauso bekannt vor, wie mir? Vor allem im Internet, in Chaträumen und/oder Blogs, machen wir auch heute gerne noch zumindest Ähnliches…

Die Montaigne ist mit ihrem Farbwechsel etwas wirklich Besonderes.

Syringa in Memoriam

Als großer Franzose, unter anderem wurde in seinem Heimatland eine Universität nach ihm benannt, ist es wenig verwunderlich, dass sich Montaigne auch ein anderer bedeutender Franzose annahm. Im Jahr 1907 benannte Victor Lemoine eine seiner Neuzüchtungen nach ihm. Und zwar eine sehr schön anzuschauende. Die „Lovely Lilac“ bildet in ihrer Blütezeit rosafarbene Knospen aus, die sich zu immer heller werdenden Blüten öffnen. Bis sie schlussendlich eine beinahe weiße Färbung besitzen. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel. Vor allem natürlich in Kombination mit dem tollen Duft, den die Pflanze aussendet.

Selbstverständlich haben wir die ΄Montaigne΄ auch bei uns im Shop. Eine Pflanze, bei der man sich förmlich vorstellen kann, wie Menschen auch heutzutage unter ihr in ihrem Garten sitzen und den Gedanken freien Lauf lassen. Nicht immer muss dabei ja zwangsweise so etwas Bedeutendes, wie die Schaffung einer neuen Literaturgattung herauskommen. Wo ich gerne für meinen Blog sitze, sehen Sie ja schon auf der Hauptseite bei der Begrüßung. Und glauben Sie mir. Da stehen noch jede Menge weitere Fliedersträucher um das Haus herum verteilt.

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